Centre Bouddhiste européen de méditation et de retraites Dzogchen

Interview mit unserer Koordinatorin Nathalie

January 21, 2013, Posted Under: Uncategorized

Video über die Bauarbeiten

Nathalie, coordinatrice

Interview mit unserer Koordinatorin Nathalie

Frage (Claudia): Die Grundfläche des Tempels in Pema Yang Dzong erscheint recht groß. Warum musste trotzdem eine Mauer eingerissen werden, was ja erhebliche Bauarbeiten beinhaltet?

Antwort (Nathalie) : Soweit ich  weiß – und ich bin noch relativ neu in der Sangha, gibt es dieses Vorhaben schon seit Langem. Rinpoche hatte davon früher schon öfters gesprochen und aktuell hat Khenpo Karma Wangyel den Impuls gegeben, die Bauarbeiten in Angriff zu nehmen: Wenn Rinpoche möchte, dass in Pema Yang Dzong ein Drubchen stattfindet, müssen wir dafür als allererstes den Tempel vergrößern. Es liegt auf der Hand: Es kommen Mönche aus Bhutan mit ihren Kostümen und großen Masken, in denen sie Terma-Tänze aufführen. Das heißt sie müssen um ein dreidimensionales Mandala, das in der Mitte des Raumes aufgebaut werden wird, herumtanzen. An allen Seiten muss also genug Platz für sie geben und wir brauchen ausreichend Sitzplätze für die hoffentlich sehr zahlreichen Teilnehmer an dieser unglaublichen Veranstaltung. Es geht hier irgendwie darum, den Gesamtmaßstab zu vergrößern – also haben wir gar nicht lange diskutiert!

F.: Es ist schon beeindruckend, dass Ihr solche anspruchsvollen Bauarbeiten ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern erledigt. Wie konntet Ihr Euch denn sicher sein, dass Ihr hier  keine tragende Mauer einreißt?

A.: Das war eigentlich ganz einfach. In unserer Sangha haben wir zum Glück eine so unglaubliche Vielfalt an Spezialisten und Profis verschiedener Fachgebiete: Didier Comte, ist unser « Dharma-Architekt » und er hat festgestellt, dass wir hier keine tragende Mauer abreißen. Übrigens ist auch früher schon einmal eine Gruppe deutscher Helfer angereist und hat eine Mauer entfernt (das hat der damalige Residenzlama Lama Tsewang so gewollt). Wir sind also nicht die ersten, die dies tun. Laurent, der auch im Video zu sehen ist, ist Profi am Bau, der extra mit seinem ganzen Material und Fachwissen aus Marseille angereist ist. Er sagte: alles kein Problem. Was mich, Nathalie, betrifft, so habe ich die Rolle des Hilfsarbeiters übernommen und am Sonntagvormittag ist Catherine aus der Schweiz zu uns herübergekommen. Sie war uns eine wertvolle Hilfe bei den Abschlussarbeiten und sie leistete uns auch kurz vor Schluss moralische Unterstützung.

F.: Was war denn das Schwierigste bei den Arbeiten?

A.: Nun ja, das war schon alles eine ziemlich körperbetonte Angelegenheit.  Ich würde sagen, vor allem für Laurent: Er musste erst die Mauer mit dem Hammer einschlagen und abtragen und anschließend bohrte er mit dem Pressluftbohrer den Zementboden in dem Sanitärbereich auf, der an die alte Küche anschließt. Dann das ganze Hin- und  Her mit der Schubkarre voller Bauschutt. Obendrein war Laurents Arbeitstempo unglaublich… Alles musste unbedingt an einem Wochenende fertig werden: die Zementarbeiten, das Füllen der Löcher, Aufräumen und Putzen… Doch die Arbeit hat Spaß gemacht, es passierte irgendwie alles wie im Traum, wir hatten Glück mit dem Wetter, haben gut zusammen gegessen und uns gegenseitig unterstützt. Das war richtig gut.

F.:  Im Video sehen wir Dich die schwere Schubkarre voller Bauschutt schieben. Wie oft musstest Du das machen und wie hast Du Dich nach diesem Wochenende auf dem Bau gefühlt?

A.: Was die Schubkarren angeht, so werde ich wohl am Samstag so gut 30 Stück ausgeleert haben und am Sonntag noch einmal an die zwanzig. Einen Teil des Bauschutts haben wir benutzt, um ein Wasserloch an der Einfahrt zu Pema Yang Dzong zu verfüllen, vor dem kleinen Haus. Dadurch kann man dort in Zukunft besser parken. Laurent hat auch noch mal eine ganze Menge Schubkarren ausgeleert, vor allem am Sonntagmorgen vor dem Frühstück, so zwischen sechs und sieben Uhr morgens. Er wollte schnell auch die letzten Teile der Mauer freilegen, um sie einreißen zu können. Nach den Arbeiten hatte ich einen Tag lang am ganzen Körper Muskelkater, aber das macht nichts, denn ich mit unserem Ergebnis sehr zufrieden!

F.: Welche Art Unterstützung braucht Ihr denn für die Fortsetzung der Arbeiten am dringendsten?

A.: Wir brauchen in jedem Fall Helfer, die anpacken. Zum Glück haben sich aber schon eine Menge Freiwillige zur Verfügung gestellt, es sind zumindest vorläufig genügend. Die Malerarbeiten werden ein großer Aufwand sein, zumal wir erst die gesamte Decke imprägnieren müssen, bevor wir sie streichen können. Das verursacht Kosten, die wir momentan nicht decken können. Deswegen würde ich sagen, dass die meiste Hilfe, die wir momentan brauchen, finanzieller Art ist. Mit dem Streichen können wir beginnen wenn das Wetter mitspielt (das könnte sogar jetzt noch sein!) und sobald wir das erforderliche Geld und die Materialen zusammengetragen haben. Wie auch im Newsletter noch erwähnt wird, müssen wir als allererstes dafür sorgen, dass wir dem Khenpo genug Geld zur Verfügung stellen, damit er in der Lage ist, alle nötigen Gegenstände und Substanzen in Bhutan und Nepal anzuschaffen.

Alles unsere Bemühungen werden sicher der gesamten Sangha von Gangteng Tulku Rinpoche Nutzen bringen – da bin ich sicher.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch erwähnen, dass ohne die wertvolle Hilfe von Arnaud Guétcheu, den bisher nur einige von Euch kennengelernt haben, dieser Newsletter nicht zustande gekommen wäre! Meinen herzlichen Dank an ihn! Und auch an Claudia und Julita, unsere Übersetzerinnen!